Weinkorken oder Schraubverschluss?

Posted By: Luis Roldan In: Blog On: Dienstag, Oktober 11, 2016 Comment: 0 Hit: 3954

Weinkorken oder Schraubverschluss?


Weinkorken haben etwas klassisches, nostalgisches an sich.
Sind Schraubverschlüsse wirklich so schlimm?

Es ist nicht zu leugnen, dass es noch immer als Schande angesehen wird, teure Weine mit Schraubverschlüssen zu verschliessen. Viele Menschen glauben, dass diese Weine billig sein müssen. Sie signalisieren, dass der Wein nicht alt sein kann und es sieht danach aus, als ob hier mehr Wert auf Kosten als auf Qualität gelegt wird.

Dieser Glaube hält sich hartnäckig. Aber was ist dran an dem Gerücht, dass Weine mit Schraubverschluss wirklich nicht gut sein können?

In Neuseeland zum Beispiel, werden mehr als 90% der Weine mit Schraubverschluss geschlossen. Darunter befinden sich billige Tafelweine sowie einige der besten Flaschen des Landes.

Woher kommt der schlechte Ruf der Schraubkappe?

Vielleicht stammt es daher, dass Korken bereits seit Jahrhunderten zum Weinverschluss verwendet wurden. Wir verbinden ein gewisses Ritual damit den Korken zu entfernen und ein gutes Glas zu geniessen. Sommeliers werden spezifisch darauf trainiert den Weinkorken richtig und gekonnt zu entfernen. Die Schraubkappe kann ja nun jeder öffnen.

Der Weinkorken

Kork stammt aus der Rinde der Korkeiche, eine Art von Eiche, welche vor allem in Portugal, Spanien und in Nordafrika angebaut wird. Kork ist flexibel und stark. Kork kann jedoch eine geringe Menge an Sauerstoff durchlassen. Dies ist gut für all jene Weine, die Sie altern wollen.

Es stellt sich allerdings heraus, dass ein gewisser Prozentsatz aller Weine mit Korkenverschluss, von einem Bakterium, dem TCA, geplagt werden. Dies verleiht dem Korken den sogenannten Korkgeschmack.

Dieses Bakterium ist zwar nicht gesundheitsgefährdend, aber es stumpft die Aromen des Weins ab. Anstelle dessen schmecken Sie einen muffigen, feuchten Karton.

Schraubverschlüsse

Schraubkappen wurden erstmals in den späten 1950er Jahren eingeführt, als Weinerzeuger einen alternativen Verschluss suchten, um diese Qualitätsprobleme mit Kork zu lösen. Die Kappe ist aus Aluminium mit einer Auskleidung aus Polyethylen oder Zinn. Das Material weist eine sehr dichte Abdichtung auf. Je nachdem, wie der Verschluss hergestellt wurde, kann er entweder geringe Mengen an Sauerstoff durchlassen oder den Wein komplett abgrenzen.

Während diese neue Art des Verschluss in Australien und Neuseeland bereits weit verbreitet ist, wird diese Art in anderen Ländern weniger angenommen. Wir sagen nur Frankreich.
Ein Problem mit der Schraubkappe ist allerdings, dass es zu einem faulen Geruch kommen kann, da das Siegel vollständig verschlossen ist. Dies passiert allerdings auch mit Weinkorken.

Vielleicht die grösste Unschlüssigkeit bei der Verwendung von Schraubverschlüssen ist, ob sie für alternde Rotweine geeignet sind. Eine Studie zum Vergleich von Naturkork, Kunststoffkorken und Schraubverschlüssen fand heraus, dass Schraubverschlüsse, die Fruchtaromen und besondere Aromen in Rot- und Weisswein erhalten. Die synthetischen Korken, hatten das gleiche Problem wie Naturkorken, und hatten teilweise mit dem Korkgeschmack zu kämpfen.

Dennoch wir können die Romantik des Korkens nicht leugnen. Alleine der Korkenknall löst eine Vorfreude aus. Schraubverschlüsse bieten eine zuverlässige Alternative für Winzer, die sich Sorgen machen aufgrund des Korkengeschmacks einen Teil Ihrer Produktion zu verlieren. um einen bestimmten Prozentsatz ihrer Produktion zu Korkgeschmack zu verlieren. Korkenhersteller werden zwar immer besser und suchen nach Lösungen um dies zu verhindern, es ist allerdings immer noch ein Risiko.

Letztlich, am wichtigsten ist die Qualität des Weines. Wir sollten aufhören zu signalisieren, dass ein Wein mit Schraubverschluss über die Qualität des Weines aussagt. Vielleicht finden sich dann mehr Winzer, die Ihre qualitativ hochwertigen Weine auf diese Weise abfüllen. Vielleicht können wir dann eine eigene Romanze mit dem Schraubverschlüssen beginnen.

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